Seelenschmerztag
ich will niemanden sehen
nichts essen
nichts hören
nichts trinken
nicht aufstehen
ich bin
und
fühle gerade nichts
bin in mir so tot
wie ich es nur an solchen tagen fühle
seelenschmerz erhebt sich mit aller macht
macht alles zunichte
was aufgebaut ist
an leben
vertrauen
liebe
hebt alles hervor
was schmerzt
weh tut
tot ist
in mir
an erinnerungen
vergangenes
ein leben
ich schmerz
tief in mir
dafür gibt es keinen namen
einen grund
es ist einfach da
und verschiebt die welten
schubst mich aus meiner heraus
nimmt mich völlig ein
mit schmerz
angst
traurigkeit
und dem gefühl
unnütz zu sein
seelenschmerztag
ein tag voller qual
zerstörung
schmerz
gefühl
nimmt mich mit
verschlingt mich
tötet alles
was aufgebaut ist
mit einem einzigen schlag
tiefer seelen schmerz tag
Samstag, 10. Februar 2018
Dienstag, 6. Februar 2018
Wie ich eigentlich bin:
Wenn du mich genau ansiehst, siehst du, wie ich wirklich bin...aber nur, wenn du dir Mühe gibst, mich zu finden - unter dem, wie sich mein Körper mit dem ganzen Narben verändert hat.
Ich schütze mich, habe zu genommen, unbewusst und unabsichltich unattraktiv gemacht durch Autoimmunerkrankungen, die mein Leben seit mehr als zwanzig Jahren bestimmen und aus machen und mir vorgaukeln, wer ich nicht bin.
Schau mich genau an und du erkennst in mir, die Frau, die ich eigentlich bin.
Ich bin schlank, habe einen schönen Körper und ich bin gesund! Ich freue mich am Leben! UND kann jeden Tag nur genießen...
Wenn du mich in mir findest, hast du mich erkannt und mich gesehen, wie ich bin. Erkennst du mich!? Siehst du mich!? Ich bin... da ganz tief drin und versuche zu überleben, diesen ganzen Narben stand zu halten, aufrecht zu bleiben...Leben zu leben.
Mein Körper wurde fremdbestimmt, fremde Bedürfnisse musste ich befriedigen: und doch reagierte ich, mein Körper - ungewollt, unabsichtlich auf Berührungen, die mir zuwider waren und ich jahrelang ertragen musste, ich nich tbekämpfen musste, stumm und starr aushalten musste, jeden Tag!
Ich bin noch da, etwas anders, nicht mehr das Kind, was ich mal war und auch nicht die Frau, die ich hätte werden können...aber ich bin s!
Und ich bin diesem Körper so dankbar, dies alles so ausstehen zu können....ich bin immer noch da! Auch wenn ich mir manchmal wünschen würde, dass einiges anders wäre - das Leben etwas einfacher wäre und besser, als es oftmals ist.
Trotzdem bin ich manchmal einigermaßen froh, weil ich mich gewehrt habe, zu dem gestanden habe, was ich gefühlt, irgendwie noch wahrgenommen habe... und weil ich wieder atmen und wieder sehen und wieder fühlen kann - wenn ich auch durch diese ganzen sichtbaren und unsichtbaren Narben auch erheblich beeinträchtigt bin, stehe ich immer wieder auf!
Mel Alazza, 2018
Wenn du mich genau ansiehst, siehst du, wie ich wirklich bin...aber nur, wenn du dir Mühe gibst, mich zu finden - unter dem, wie sich mein Körper mit dem ganzen Narben verändert hat.
Ich schütze mich, habe zu genommen, unbewusst und unabsichltich unattraktiv gemacht durch Autoimmunerkrankungen, die mein Leben seit mehr als zwanzig Jahren bestimmen und aus machen und mir vorgaukeln, wer ich nicht bin.
Schau mich genau an und du erkennst in mir, die Frau, die ich eigentlich bin.
Ich bin schlank, habe einen schönen Körper und ich bin gesund! Ich freue mich am Leben! UND kann jeden Tag nur genießen...
Wenn du mich in mir findest, hast du mich erkannt und mich gesehen, wie ich bin. Erkennst du mich!? Siehst du mich!? Ich bin... da ganz tief drin und versuche zu überleben, diesen ganzen Narben stand zu halten, aufrecht zu bleiben...Leben zu leben.
Mein Körper wurde fremdbestimmt, fremde Bedürfnisse musste ich befriedigen: und doch reagierte ich, mein Körper - ungewollt, unabsichtlich auf Berührungen, die mir zuwider waren und ich jahrelang ertragen musste, ich nich tbekämpfen musste, stumm und starr aushalten musste, jeden Tag!
Ich bin noch da, etwas anders, nicht mehr das Kind, was ich mal war und auch nicht die Frau, die ich hätte werden können...aber ich bin s!
Und ich bin diesem Körper so dankbar, dies alles so ausstehen zu können....ich bin immer noch da! Auch wenn ich mir manchmal wünschen würde, dass einiges anders wäre - das Leben etwas einfacher wäre und besser, als es oftmals ist.
Trotzdem bin ich manchmal einigermaßen froh, weil ich mich gewehrt habe, zu dem gestanden habe, was ich gefühlt, irgendwie noch wahrgenommen habe... und weil ich wieder atmen und wieder sehen und wieder fühlen kann - wenn ich auch durch diese ganzen sichtbaren und unsichtbaren Narben auch erheblich beeinträchtigt bin, stehe ich immer wieder auf!
Mel Alazza, 2018
Vernachlässigung
Manchmal habe ich das Gefühl,
dass so viele Erinnerungen wieder hoch kommen, dass ich die gar nicht alle integrieren kann und es fühlt sich auch so an, als wäre das gar nicht ein Teil von mir. Auch das fühlt sich komisch an...wobei es diesmal gar nicht mehr so sehr um den Missbrauch an sich geht, sondern eher um die immense Vernachlässigung und Manipulationen als Kind und Jugendliche - oder die Abneigung zu mir.
Auch das ist irgendwie abgespalten - zumal ich oft denke, wie kann man den sein eigenes Kind nicht lieben!? Natürlich wird auch das eine Geschichte haben, aber ich bin nicht dafür verantwortlich, die Geschichte meiner "Mutter" oder meiner Familie als Entschuldigung zu sehen, warum mir ´wie und was´ passiert ist.
Meiner Meinung nach hat jedes Kind ein Anrecht darauf, kindgerecht umsorgt und geliebt zu werden - ansonsten kann ich die Verantwortung nicht übernehmen --- und ja, massive Vernachlässigung war nie ein Thema für mich, aber je älter ich werde, desto mehr Erinnerungen kommen auch daran wieder hoch. Zum Beispiel daran, das wir bei uns oftmals einfach kein WC Papier hatten, ich mich nicht daran erinnern kann, mal eine neue Zahnbürste bekommen zu haben - oder jemals ausreichend Unterwäsche und Socken, abgesehen von normaler Kleidung - gehabt zu haben. Wenn die Unterwäsche die ich hatte nicht mehr sauber war, sagte meine „Mutter“, zieh sie anders herum an - oder nimm eine von meinen. Demzufolge war ich auch oftmals wund im Intimbereich als Kind, weil die Hygiene einfach nicht so war, wie sie sein sollte und auch nicht darauf geachtet wurde.
Auch gefroren habe ich immer oder geschwitzt, „wettergerechte“ Kleidung hatte ich eigentlich nie, außer, wir gingen irgendow hin, dann wurden wir präsentiert...
Irgendwann sagte ich meiner „Mutter“, dass ich weiße kleine Würmer habe - ich zeigte sie ihr, als ich auf dem WC war und sie sagte, ach, das geht wieder vorbei - ist nicht schlimm... ich weiß nicht mehr, wie oft das vorkam, aber ich habe irgendwann aufgehört, ihr was zu zeigen, was mirkomisch vorkam. Egal was es war, es war für sie weder komisch noch gingen wir diesbezüglich zum Arzt.
Als wir von Dortmund nach Herdecke zogen, hatte mein Bruder ein eigenes Zimmer - ich habe mir das mit meiner "Mutter“ geteilt, es war also nie „mein eigenes“. Ich hatte weder ein Bett, noch ein Schrank, sondern schlief in ihrem Bett und benutzte ihren Schrank. Das einzige, was wirklich mir gehörte, war mein Schreibtisch, den ich mal mit sechs Jahren zur Einschulung bekommen hatte. Mehr nicht. zu dem Zeitpunkt war ich sieben oder acht. Davor hatte mein Bruder und ich ein Zimmer zusammen und ich weiß noch, das wir jeder ein eigenes Bett und auch einen eigenen Schrank hatten. Danach nicht mehr.
Als wir nach Herdecke zogen gegen Anfang/Mitte der 80er Jahre, zogen wir in ein Mehramilienhaus mit schönen Wohnungen, die über mehrere Etagen gingen; dass dies allerdings nur ein Kinderzimmer hatte, störte meine „Mutter“ nicht. Sie schlief unten in der anderen Wohnung, ließ uns oben alleine schlafen, mich mit sieben/acht Jahren, meinen Bruder mit vier/fünf Jahren. David ist drei Jahre jünger als ich.
Von da ab waren wir meistens alleine in der Wohnung, nachts und auch tagsüber.
Am Wochenende „spielte“ sich das Leben in der unteren Wohnung ab, bei ihrem Freund. Dort gab es auch immer was zu Essen, was zu Trinken und dort wurde auch immer Weihnachten etc gefeiert. Unsere Wohnung oben blieb immer steril sauber von irgendwelchen Feiertagen.
Oben in der Wohnung hatten wir kaum was zu Essen und zu Trinken, außer, wenn Besuch kam - dann wurde eingekauft und alles schön präsentiert - oder wenn sie mit ihm Streit hatte, meistens bei Vollmond. Deswegen sagten wir dann auch immer, wenn was ist, „Ach, haben wir wieder Vollmond?“ Das wurde irgendwie immer zum „running gag“, wie man heute sagen würde - zumal das eine Zeit war, in der mein Bruder und ich auch mal mittags etwas Warmes zu Essen bekamen.
Eigentlich waren mein Bruder und ich immer unterversorgt, was Essen anging...
Wenn wir morgens aufwachten, kam sie oft hoch, machte uns was zu Essen und schickte und zur Schule - allerdings wurde dies auch immer seltener und sie schlief aus, kam nicht hoch. Ich kümmerte mich dann um meinen Bruder und versuchte ihn, so gut ich konnte zu versorgen - mit sieben und acht und neun und zehn etc...aber wenn nichts da ist, kann man auch keine Versorgung übernehmen und oftmals waren die Sachen, die noch da waren, nicht mehr in guter Verfassung. Brot war schlecht oder es war keines da, kaum Wurst oder Käse, kaum Getränke für die Schule. Ich weiß noch, dass wir oftmals einfach Hunger hatten - also gingen wir so zur Schule.
Auch in der Schule hatte ich oft Hunger und war irgendwie neidisch darauf, wenn andere Kinder so schöne Brote dabei hatten, sich was kaufen durften oder sogar was zu trinken dabei hatten! Wir haben dann immer aus dem Wasserhahn getrunken, wenn wir Durst hatten - auch und gerade in der Schule.
Ich habe immer gedacht, wie teuer das wohl alles sein müsste, das wir das so nicht hatten.
Hunger war ein Begleiter, den ich so nicht kannte - und er blieb.
Wenn wir mittags von der Schule kamen, saßen wir oftmals vor der Tür, wir hatten keinen Schlüssel und meine „Mutter“ war nicht da - sie war bei ihrem Freund in Dortmund, in seinem Gebrauchtwarenhandel oder Essen gegangen, was sie oftmals taten.
Nachdem sich eine Nachbarin beschwert hatte, das wir immer vor der Tür saßen stundenlang (nicht nur, das wir Hunger hatten, wir mussten auch immer dirngend!), bekamen wir einen Schlüssel von „unserer“ Wohnung oben und durften rein. Damit kam sie dann gar nicht nach Hause, erst abends, mit ihm zusammen. Dann wurde auf heile Familie gemacht und wir mussten mit helfen, Sachen vom Auto nach oben tragen, aufräumen, kochen etc - wobei der Hunger, den wir den ganzen Tag über dann schon hatten, abends um 20 h irgendwann weg war...Erst dann wurde zusammen gegessen und wir durften um halb zehn - nach dem Spielfilm - dann hoch gehen.
Meistens mussten wir dann auch das dreckige Geschirr mit nehmen in einem Wäschekorb, um es bei uns in die Spülmaschine zu machen. Wie peinlich war mir das, wenn mich so Nachbarn sahen...
Diese Jahre waren für mich die Schlimmsten meines Lebens, nicht nur, weil ich in der Zeit missbraucht, vergewaltigt und manipuliert wurde, sondern weil mir vieles einfach fehlt, was „normal“ gewesen wäre. Dadurch hatte ich kein „Normalität“ - das Unnormale wurde Normal, anders kannte ich es ja nicht. Und es nahm mir meine Entwicklung, in jeder Hinsicht, die nicht nur für die Persönlichkeitsbildung so wichtig gewesen wäre.
Zehn Jahre verloren und unwiderruflich vorbei.
Sonntag, 21. Januar 2018
zerrissen
Zerrissen
in Zeiten positiver Unbefangenheit konnte es nicht höher, schneller sein –
Unbefangene Unternehmungen trotzen dem,
was eigentlich ist, versteckt -
hinter vorgehaltener Hand wurde getuschelt, mit dem Finger gezeigt, der Kopf geschüttelt…
voller Freude auf Wochenenden mit dem Vater schauend,
all das vergessend, was eigentlich ist.
Im Geheimen wird es nicht entdeckt, im Geheimen ausgeübt -
Schuld und Scham deckten mich zu,
vergraben Erlebnisse, die sprachlos machen,
keine Worte für Taten finden lassen,
die keiner Sprache entsprechen…
zerrissen
zwischen dem, was wahr-genommen wird
und dem, was ist –
verschwiegen wird, abgedeckt mit materialistischem Schein,
wo kein Hunger nach Liebe und Essen sollte sein…
zerrissen zwischen den Welten, die keiner will,
brauchen kann und in denen gelebt werden sollte.
Ich bin da und auch wieder nicht
sage "Gute Nacht", schlafe aber nicht –
Weil es nicht geht, ich es nicht kann –
Weil ich zerrissen bin, zwischen dem,
was war und dem, was ist und dem, was ich erlebe,
nie vergessen ist!
mel alazza, 2018
Zeitrechnung Null
„Zeitrechnung Null“
...es ist wie es immer ist,
irgendeine Stunde eines Tages nach der Zeitrechnung Null - nach dem Crash, dem Zusammenbruch, dem Burn Out: dem „nicht mehr können“, von Wollen ganz zu schweigen...dem, allein schwimmen, ohne schwimmen zu können in dem größtem Ozean der Welt.
Es IST jetzt, wie es JETZT ist - das damals einfach weggewischt, nicht mehr da - wie in eine Art Wachkoma liegend, alles mitbekommen, doch nichts mehr greifen, bewegen, sagen zu können.
Wahre Tatsachen und Gegebenheiten werden unwahr, wie nicht erlebt, sondern irgendwo mal gesehen. Es wird nicht mehr gespürt, wie es mal war, sondern nur noch, wie es ist. Mit einem stillen Sehnsuchtsschmerz vermischt, der einem Ursprung enstand, der gefaked war, von Anfang an - vielleicht doch nie wirklich war?!
Wie soll es weiter gehen, Zukunft planen ohne Zukunft zu spüren? Leben leben ohne zu leben...wie soll das gehen? Wie soll man den Wind spüren, der nicht weht... oder die Nässe des Regens spüren, wenn es nicht mehr regnet...Liebe spüren, ohne diese je wirklich er-lebt zu haben...oder sich nur sehnsuchtsvoll daran erinnert, mal irgendwann gewusst zu haben, wie Freude in mir ist, wie Leben ist...
nichts geht mehr, rien ne va plus...
alles ist tot in mir.
Ich bin tot, funktioniere nur noch, mehr als eingeschränkt, mehr tot als lebendig.
Erstaunlich, wie sehr Leben klappt, ohne es zu spüren, es zu sein...
Von niemanden wird dies gesehen, gespürt, wie anstrengend jede Sekunde, jede Minute dieses Lebens für mich ist, was keines mehr ist, weil ich nichts spüre, nichts mehr fühle, nur noch eingeschränkt sehe, eingeschränkt fühle, wenn ich mal fühle...völlig eingeschänkt bin.
Eingeschränkt. Was für ein Scheiß Wort - ein Gefängnis, nein kein Gefängnis, eher ein Verlies in tiefster Dunkelheit: eine tiefe und dreckige, einsame und schäbige Grube in mir selbst - ohne Fenster, ohne Ausgang, vollige Dunkelheit...kein Fünkchen Licht...kein Fünkchen Sonne...und die Wände kommen immer näher, reißen alles immer mehr und mehr ein, bis nichts mehr da ist. Kein Glaube, keine Hoffnung, Keine Zukunft, kein jetzt...kein ist...weil irgendwie gar nichts mehr ist...
nur noch dieses Herz, was einfach weiter schlägt, einfach so, ohne es zu wollen, zu nutzen, irgendwie zu sein...
Warum ist das so!? Automatisierung? Ist das Leben? Es schlägt weiter und weiter...Tag für Tag, Stunde für Stunde: um den Schmerz zu er-tragen, zu fühlen, zu merken, dies IST jetzt, er-fühle, er-taste, er-lebe es...und spüre, wie scheiße schwer es ist, Vergangenheit zu er-tragen!
Gehe durch den Schmerz hindurch, dies ist der Weg für dich.... das ist das einzige, was ich irgendwie fühlen kann, weiß und ich will mich nicht betäuben mit Medikamenten - würde sie eh nicht runter kriegen...
fühle, wie es ist, nicht mehr zu sein, nichts mehr zu spüren....und er-kenne genau, was ge-wesen ist!
Und die Jahre vergingen
der Schmerz aber nicht -
die Dunkelheit nicht!
Die Hoffnungslosigkeit blieb
die Schmerzen kamen -
die Folge-Störungen auch,
mit den Er-krankungen,
die noch mehr Leben nahmen!
Ohne Kraft,
verging die Zeit,
die ich nicht mehr wahr nahm,
weil alles nur noch zeitlos war
und dunkel,
voller Schmerz
in und an mir,
alleine,
ohne Aussicht darauf, dass jemand oder etwas helfen kann -
ich nahm und nehme keine Medikamente,
weil ich weiß
dies hilft mir nicht,
den Schmerz in mir zu er-tragen
und diese Dunkelheit, die mich ver-schluckt -
mich tot macht
so sehr Leben nimmt,
welches ich langsam vergesse,
weil es so weit weg ist...
das alte Leben
eine Ewigkeit her -
eiskalt bin ich,
dem Sterben so nah
und nur für die Verantwortung, die ich trug
blieb ich da -
das war alles nicht zu er-tragen,
ist es nicht:
und trotzdem blieb ich,
spürte aber nichts -
Worte zu finden, die unaussprechlich sind für Taten,
die man an mir beging - dafür gibt es keine Sprache, keine Worte -
und das Unaussprechliche irgendwie wirklich machen, funktioniert nicht,
weil man die Sprache mir genommen hat,
mir nie vertraut hat,
mir nie geglaubt,
mich einfach vergessen, übersehen hat -
und mir immer wieder mitgeteilt, gesagt hat,
das, was du fühlst,
ist NICHT wahr!
Das, was du wahr-nimmst: stimmt nicht!
Deine Wahr-Nehmung: stimmt nicht!
DU stimmst nicht!
DU bist nicht wirklich wahr!
Sei lieb und gehorche - erst dann bist du DU -
und somit gefällst du mir, uns
vergiß DICH:
GENAU SO und NUR SO! lieben wir dich!
Wer bin ich!? fragte ich mich,
vergrub mich in der Dunkelheit,
die mich gerne aufnahm, Willkommen hieß und mich ohne Kompromisse,
nie mehr verließ -
mir Traurigkeit schenkte
die mich einfach mit-nahm
zu-deckte, schluckte...
und mir damit Leben nahm!
Diese Dunkelheit macht traurig, einsam...
nimmt dich in eine Welt mit, die keine Namen, keine Freu(n)de kennt -
und dich so festhält, dass ein Versuch, zu ent-rinnen dich immer wieder zurück reißt,
in seine Arme schmeißt, nur dort Ruhe findet, vor Erschöpfung,
kleine Schritte getan zu haben -
die kaum der Rede wert sind.
Aufstehen kann so schwer und so anstrengend sein, dass man sich einfach danach wieder hinlegt, nur für fünf Minuten...
und nur im Schlaf etwas Ruhe findet oder auch Frieden, mit dem Kampf des Nicht-Fühlens etwas Einigkeit findet in diesem Schlaf, der doch keiner ist...
irgendwann ging es dann wieder, nach Jahren voller Schwere:
ich gehe eine kleine Runde spazieren...
fühle mich danach wie nach einem Marathon, bin trotzdem stolz auf mich,
dass ich es heute geschafft habe, den Tag zu leben, etwas zu fühlen, die Luft in meinen Lungen, meinen schnellen Herzschlag - ist das Leben!?
Ich sehe die Sonne, die sich in den Wolken bricht und einige Strahlen durch den Wald schickt...ich bleibe stehen und sehe es und Tränen laufen mir dabei über s Gesicht... ich fühle etwas Leben und fühle, wie etwas in mir zerbricht...
ich atme tief ein...
stehe da im Wald und habe das Gefühl, ich sehe das erste Mal seit Jahren wieder klar...höre die Vögel, die zwitschernd umher fliegen und ich bin das erste Mal seit langem berührt durch ihre Art, Leben zu leben...
ich gehe langsam weiter, spüre dann auch den Regen, der trotz Sonne die Erde nässt und meine Tränen mit seinen vermischt und fühle mich plötzlich so dankbar für diese Sonne, für diesen Regen...und meine Tränen, die mich plötzlich spüren lassen, was Leben ist. Und dann sehe ich diesen Regenbogen, so hell, so klar - wie eine Botschaft für mich! Die Dunkelheit ist nun nicht mehr stark, den du hast es geschafft...durch den Schmerz zu gehen, wieder Leben zu sehen..und nun beginnt es, das Leben verändert sich! Ich weine ...voller Erleichterung, weil ich nun weiß, es wird nun leichter..die Schwere ist er-tragbarer, beugt mich nicht mehr ganz...
Ganz erschöpft gehe ich zum Auto, kann heute einfach nicht mehr...aber das ist auch das erste Mal seit langem, insofern okay.
Heute IST ein Anfang, dachte ich... ein kleiner!
Und egal wie-viele An-fänge ich brauche,
ich er-lebe wieder Leben,
ich er-lebe wieder mich...
und alleine das gab mir wieder etwas Mut, mir selber zu ver-trauen, dass ich es kann - wenn auch nur etwas, wenn auch nur irgenwie, aber jeden Tag ein bisschen - UND dies reicht mir für JETZT!
mel alazza, 2018
...es ist wie es immer ist,
irgendeine Stunde eines Tages nach der Zeitrechnung Null - nach dem Crash, dem Zusammenbruch, dem Burn Out: dem „nicht mehr können“, von Wollen ganz zu schweigen...dem, allein schwimmen, ohne schwimmen zu können in dem größtem Ozean der Welt.
Es IST jetzt, wie es JETZT ist - das damals einfach weggewischt, nicht mehr da - wie in eine Art Wachkoma liegend, alles mitbekommen, doch nichts mehr greifen, bewegen, sagen zu können.
Wahre Tatsachen und Gegebenheiten werden unwahr, wie nicht erlebt, sondern irgendwo mal gesehen. Es wird nicht mehr gespürt, wie es mal war, sondern nur noch, wie es ist. Mit einem stillen Sehnsuchtsschmerz vermischt, der einem Ursprung enstand, der gefaked war, von Anfang an - vielleicht doch nie wirklich war?!
Wie soll es weiter gehen, Zukunft planen ohne Zukunft zu spüren? Leben leben ohne zu leben...wie soll das gehen? Wie soll man den Wind spüren, der nicht weht... oder die Nässe des Regens spüren, wenn es nicht mehr regnet...Liebe spüren, ohne diese je wirklich er-lebt zu haben...oder sich nur sehnsuchtsvoll daran erinnert, mal irgendwann gewusst zu haben, wie Freude in mir ist, wie Leben ist...
nichts geht mehr, rien ne va plus...
alles ist tot in mir.
Ich bin tot, funktioniere nur noch, mehr als eingeschränkt, mehr tot als lebendig.
Erstaunlich, wie sehr Leben klappt, ohne es zu spüren, es zu sein...
Von niemanden wird dies gesehen, gespürt, wie anstrengend jede Sekunde, jede Minute dieses Lebens für mich ist, was keines mehr ist, weil ich nichts spüre, nichts mehr fühle, nur noch eingeschränkt sehe, eingeschränkt fühle, wenn ich mal fühle...völlig eingeschänkt bin.
Eingeschränkt. Was für ein Scheiß Wort - ein Gefängnis, nein kein Gefängnis, eher ein Verlies in tiefster Dunkelheit: eine tiefe und dreckige, einsame und schäbige Grube in mir selbst - ohne Fenster, ohne Ausgang, vollige Dunkelheit...kein Fünkchen Licht...kein Fünkchen Sonne...und die Wände kommen immer näher, reißen alles immer mehr und mehr ein, bis nichts mehr da ist. Kein Glaube, keine Hoffnung, Keine Zukunft, kein jetzt...kein ist...weil irgendwie gar nichts mehr ist...
nur noch dieses Herz, was einfach weiter schlägt, einfach so, ohne es zu wollen, zu nutzen, irgendwie zu sein...
Warum ist das so!? Automatisierung? Ist das Leben? Es schlägt weiter und weiter...Tag für Tag, Stunde für Stunde: um den Schmerz zu er-tragen, zu fühlen, zu merken, dies IST jetzt, er-fühle, er-taste, er-lebe es...und spüre, wie scheiße schwer es ist, Vergangenheit zu er-tragen!
Gehe durch den Schmerz hindurch, dies ist der Weg für dich.... das ist das einzige, was ich irgendwie fühlen kann, weiß und ich will mich nicht betäuben mit Medikamenten - würde sie eh nicht runter kriegen...
fühle, wie es ist, nicht mehr zu sein, nichts mehr zu spüren....und er-kenne genau, was ge-wesen ist!
Und die Jahre vergingen
der Schmerz aber nicht -
die Dunkelheit nicht!
Die Hoffnungslosigkeit blieb
die Schmerzen kamen -
die Folge-Störungen auch,
mit den Er-krankungen,
die noch mehr Leben nahmen!
Ohne Kraft,
verging die Zeit,
die ich nicht mehr wahr nahm,
weil alles nur noch zeitlos war
und dunkel,
voller Schmerz
in und an mir,
alleine,
ohne Aussicht darauf, dass jemand oder etwas helfen kann -
ich nahm und nehme keine Medikamente,
weil ich weiß
dies hilft mir nicht,
den Schmerz in mir zu er-tragen
und diese Dunkelheit, die mich ver-schluckt -
mich tot macht
so sehr Leben nimmt,
welches ich langsam vergesse,
weil es so weit weg ist...
das alte Leben
eine Ewigkeit her -
eiskalt bin ich,
dem Sterben so nah
und nur für die Verantwortung, die ich trug
blieb ich da -
das war alles nicht zu er-tragen,
ist es nicht:
und trotzdem blieb ich,
spürte aber nichts -
Worte zu finden, die unaussprechlich sind für Taten,
die man an mir beging - dafür gibt es keine Sprache, keine Worte -
und das Unaussprechliche irgendwie wirklich machen, funktioniert nicht,
weil man die Sprache mir genommen hat,
mir nie vertraut hat,
mir nie geglaubt,
mich einfach vergessen, übersehen hat -
und mir immer wieder mitgeteilt, gesagt hat,
das, was du fühlst,
ist NICHT wahr!
Das, was du wahr-nimmst: stimmt nicht!
Deine Wahr-Nehmung: stimmt nicht!
DU stimmst nicht!
DU bist nicht wirklich wahr!
Sei lieb und gehorche - erst dann bist du DU -
und somit gefällst du mir, uns
vergiß DICH:
GENAU SO und NUR SO! lieben wir dich!
Wer bin ich!? fragte ich mich,
vergrub mich in der Dunkelheit,
die mich gerne aufnahm, Willkommen hieß und mich ohne Kompromisse,
nie mehr verließ -
mir Traurigkeit schenkte
die mich einfach mit-nahm
zu-deckte, schluckte...
und mir damit Leben nahm!
Diese Dunkelheit macht traurig, einsam...
nimmt dich in eine Welt mit, die keine Namen, keine Freu(n)de kennt -
und dich so festhält, dass ein Versuch, zu ent-rinnen dich immer wieder zurück reißt,
in seine Arme schmeißt, nur dort Ruhe findet, vor Erschöpfung,
kleine Schritte getan zu haben -
die kaum der Rede wert sind.
Aufstehen kann so schwer und so anstrengend sein, dass man sich einfach danach wieder hinlegt, nur für fünf Minuten...
und nur im Schlaf etwas Ruhe findet oder auch Frieden, mit dem Kampf des Nicht-Fühlens etwas Einigkeit findet in diesem Schlaf, der doch keiner ist...
irgendwann ging es dann wieder, nach Jahren voller Schwere:
ich gehe eine kleine Runde spazieren...
fühle mich danach wie nach einem Marathon, bin trotzdem stolz auf mich,
dass ich es heute geschafft habe, den Tag zu leben, etwas zu fühlen, die Luft in meinen Lungen, meinen schnellen Herzschlag - ist das Leben!?
Ich sehe die Sonne, die sich in den Wolken bricht und einige Strahlen durch den Wald schickt...ich bleibe stehen und sehe es und Tränen laufen mir dabei über s Gesicht... ich fühle etwas Leben und fühle, wie etwas in mir zerbricht...
ich atme tief ein...
stehe da im Wald und habe das Gefühl, ich sehe das erste Mal seit Jahren wieder klar...höre die Vögel, die zwitschernd umher fliegen und ich bin das erste Mal seit langem berührt durch ihre Art, Leben zu leben...
ich gehe langsam weiter, spüre dann auch den Regen, der trotz Sonne die Erde nässt und meine Tränen mit seinen vermischt und fühle mich plötzlich so dankbar für diese Sonne, für diesen Regen...und meine Tränen, die mich plötzlich spüren lassen, was Leben ist. Und dann sehe ich diesen Regenbogen, so hell, so klar - wie eine Botschaft für mich! Die Dunkelheit ist nun nicht mehr stark, den du hast es geschafft...durch den Schmerz zu gehen, wieder Leben zu sehen..und nun beginnt es, das Leben verändert sich! Ich weine ...voller Erleichterung, weil ich nun weiß, es wird nun leichter..die Schwere ist er-tragbarer, beugt mich nicht mehr ganz...
Ganz erschöpft gehe ich zum Auto, kann heute einfach nicht mehr...aber das ist auch das erste Mal seit langem, insofern okay.
Heute IST ein Anfang, dachte ich... ein kleiner!
Und egal wie-viele An-fänge ich brauche,
ich er-lebe wieder Leben,
ich er-lebe wieder mich...
und alleine das gab mir wieder etwas Mut, mir selber zu ver-trauen, dass ich es kann - wenn auch nur etwas, wenn auch nur irgenwie, aber jeden Tag ein bisschen - UND dies reicht mir für JETZT!
mel alazza, 2018
Abonnieren
Posts (Atom)